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Barrierefreiheit? Behinderung, psychische Beeinträchtigungen und chronische Erkrankung in der Wissenschaft

Impulsvortrag und Diskussion zum Thema wissenschaftliche Integrität am Mittwoch, 7. Juli 2021, 15:30-17:30 Uhr

Die Auswirkungen, die Behinderung, psychische Beeinträchtigungen oder chronische Erkrankungen auf Karrierechancen und die Karriereentwicklung in der Wissenschaft haben können, sind oftmals nur schwer einzuschätzen, nicht zuletzt deshalb, weil viele Formen psychischer oder körperlicher Beeinträchtigungen von außen nicht direkt wahrnehmbar sind und häufig verborgen bleiben.

Zugleich weiß man von Studierenden mit Beeinträchtigungen, dass eine überwiegende Mehrheit von Schwierigkeiten bei der Durchführung ihres Studiums berichtet, die im Kontext ihrer jeweiligen Beeinträchtigung stehen. Es ist also davon auszugehen, dass Promovierende mit Behinderungen, psychischen Beeinträchtigungen oder chronischen Erkrankungen ähnliche Erfahrungen machen.

Sei es, dass typische akademische Alltagssituationen möglicherweise so gestaltet sind, dass sie für Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen nur unter besonderen Schwierigkeiten zu bewältigen sind, sei es, dass Strukturen des Wissenschaftssystems, z. B. Mobilitätszwang, Befristungswesen, Formen der Leistungsevaluation der Inklusion von Wissenschaftler*innen mit Behinderungen, psychischen Beeinträchtigungen oder chronischen Erkrankungen entgegenstehen oder sei es, dass Wissenschaftler*innen mit Behinderung oder Beeinträchtigungen auch im unmittelbaren Kontakt mit Vorgesetzten, Mitarbeitenden oder Kolleg*innen an der Universität absichtlichen oder unbeabsichtigten Formen der Diskriminierung begegnen.

Dr. Jana Bauer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation. Aktuell hat sie die inhaltliche Leitung der Projekte „PROMI - Promotion inklusive“ und „Sag ich’s? Chronisch krank im Job.“ inne. Überdies arbeitet sie mit in der Sensibilisierungskampagne zum Thema „Arbeiten, Zusammenarbeiten und Führen mit Behinderung / gesundheitlicher Beeinträchtigung an der Universität zu Köln“.

In ihrem Impulsvortrag wird Jana Bauer

  • Einige generelle Informationen vermitteln zur Situation von Menschen mit Behinderung, psychischen Beeinträchtigungen oder chronischer Krankheit im wissenschaftlichen Alltag
  • Anlaufstellen vorstellen, an die sich Betroffene bei bestimmten Problemen im Kontext einer Behinderung, psychischen Beeinträchtigung oder chronischer Krankheit wenden können
  • Anregungen liefern zur Reflexion typischer Krisen in frühen akademischen Karrierestadien (Promotionsphase) und der Frage, welche Rolle gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Behinderung dabei spielen können
  • Anregungen liefern zur Frage der Selbstoffenbarung am Arbeitsplatz / im Kontext der Promotion

In der anschließenden Diskussion, wie wissenschaftliche Integrität im Kontext von Behinderung oder gesundheitlicher Beeinträchtigung gewahrt und durchgesetzt werden kann, steht Jana Bauer als Expertin für offene Fragen, zusätzliche Anregungen und die systematische Einordnung der Beiträge der Teilnehmenden zur Verfügung.