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Workshop: „Videobasierte Interaktionsanalyse“

Jun.-Prof. Dr. Matthias Herrle, Bergische Universität Wuppertal
Dienstag, 28.09.2021, ganztags (09:00-17:00 Uhr incl. Pausen)

Um etwas über Eigenheiten des Interaktionsgeschehens in (außer-)pädagogischen Settings zu erfahren, ist es notwendig, empirische Daten zu generieren. Einen besonderen Erkenntnisgewinn verspricht man sich von Videomitschnitten. Mit ihnen gerät das Agieren einer Vielzahl an Personen in den Blick, die nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihre Mimik, ihre Gestik, ihre Körperhaltung und Positionierung im Raum als Äußerungsressourcen nutzen, um auf die Gestaltung des Interaktionsgeschehens einzuwirken. 

Was zunächst als vorteilhaft erscheint, konfrontiert Forschende allerdings mit einer Vielzahl an Fragen und Entscheidungsnotwendigkeiten: Wo und wie sollen welche Kameras im Raum installiert werden? Wie sollen die erhobenen Daten weiterverarbeitet und aufbereitet werden? Welche methodischen Verfahren und Operationen sollen realisiert werden, um die Daten zu analysieren? Je nach Forschungsgegenstand und Erkenntnisinteresse unterscheiden sich die Antworten auf diese Fragen.

Im Workshop werden mikroethnographische Methoden und Verfahren vorgestellt (vgl. Erickson 1992, Garcez 2008, Herrle 2020), die sich dazu eignen, die soziale Organisation von Interaktionen im Unterricht oder in anderen sozialen Situationen, in denen die Beteiligten körperlich anwesend sind, videodatenbasiert zu rekonstruieren. Sie ermöglichen es, Erkenntnisse darüber zu generieren, welche Praktiken Personen im Umgang mit welchen kontextspezifischen oder -übergreifenden Anforderungen in bestimmten Interaktionssettings realisieren.

Neben Problemen der Datenerhebung und -aufbereitung werden im Workshop schwerpunktmäßig Fragen mikroethnographischer Datenanalyse behandelt. 

Organisiert wird die Veranstaltung in Zusammenarbeit zwischen der Graduiertenschule für LehrerInnenbildung und der Graduiertenschule der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Er richtet sich an Promovierende, die empirisch, anhand von Videodaten arbeiten werden und deren Forschungsprojekt sich in der Anfangsphase befindet.

Zwar legt der Workshop den Schwerpunkt auf Interaktionen im Kontext von Schule und Unterricht; die behandelten Forschungsverfahren lassen sich aber auch auf Interaktionszusammenhänge in außerschulischen Settings anwenden.

Zur probeweisen Anwendung methodischer Verfahren ist es notwendig, einen Laptop (mit geladenem Akku) mitzubringen. Übungen können an eigenem oder vom Workshop-Leiter bereitgestelltem Videodatenmaterial durchgeführt werden.

Anmeldung:

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 15 Personen begrenzt.

Bitte melden Sie sich bis zum 14.09.2021 verbindlich an unter Graduiertenschule-HFSpamProtectionuni-koeln.de.

Ort:

Sofern die Entwicklung der Corona-Pandemie es erlaubt, soll der Workshop möglichst in Präsenz stattfinden im

Seminarraum der Graduiertenschule der Humanwissenschaftlichen Fakultät
„City-Passage Lindenthal“, 1. OG
Dürener Straße 89
50931 Köln.

Sollte das Pandemiegeschehen weiterhin Kontaktbeschränkungen erforderlich machen, wird der Workshop online stattfinden, in Form einer Zoom-Videokonferenz.
Sie werden dann rechtzeitig die Zugangsdaten zu der Zoom-Konferenz erhalten.